Rossmann Andreas

/Rossmann Andreas

Wenn man ins Gewächshaus geht, bei der Kultur ist – das ist ein ganz eigenes Gefühl. Ich gebe der Pflanze was und sie gibt mir was zurück.

Andreas Rossmann

LGV-Gärtner

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Andreas Rossmann, ich arbeite im Familienbetrieb meines Vaters. Mit 15 habe ich angefangen. Zuerst hab ich die Lehre gemacht, dann ein Jahr Pause, dann den Meister.

Können Sie auch Ihren Betrieb vorstellen?
Unseren Betrieb gibt es schon einige Generationen lang; von Generation zu Generation wird er erweitert und modernisiert. Gerade in den letzten Jahren haben wir viel investiert. Wir versuchen ständig, mit dem Lauf der Zeit mitzugehen und dabei habe ich auch immer den Ursprung vom Gartenbau im Kopf. Das gelingt uns eigentlich ganz gut. Natürlich gehen auch einmal Dinge daneben, aber daraus lernt man dann.

Welche Produkte bauen Sie an?
Hauptsächlich Gurken, darauf verwenden wir die meiste Fläche. Damit bin ich aufgewachsen, mit den Gurken. Mit ihnen bin ich vertraut, das hat schon der Opa so gemacht, dann der Papa. Ich versuche zu wissen, wie die Pflanze denkt. Wissen Sie, man muss Pflanzen wie Lebewesen betrachten und verstehen, wie sie wachsen und was sie brauchen.
Neben den Gurken bauen wir auch Vogerlsalat und auf kleiner Fläche Paradeiser an; vor allem im Frühjahr, also als Vorkultur. Und auch die Nachkultur im Herbst ist wieder der Vogerlsalat.

Haben Sie in Ihrem Betrieb Pläne für die Zukunft?
Ich überlege, im Herbst und Frühjahr mehr Vogelsalat zu anzubauen. Den habe ich während der Lehre wieder bei uns eingeführt und das Produkt will ich so schnell nicht wieder aufgeben.

Welche Vorteile hat der Anbau im Gewächshaus?
Wir können bei jedem Wetter arbeiten, das ist ein großer Vorteil. Außerdem wachsen die Pflanzen schöner und haben eine 1A-Qualität. Das tut ihnen natürlich gut, dass sie vor dem Wetter geschützt sind, also keinen extremen Regen oder Sturm abbekommen. Ich kann ja sogar die Sonneneinstrahlung dämmen.

Wie verläuft ein Arbeitsjahr in Ihrem Betrieb?
Die Arbeit geht eigentlich durch. Im Winter ist sozusagen Service angesagt, da wird alles hergerichtet. Bereits Mitte, Ende Februar wird gesetzt, rund um die Kalenderwochen 6 bis 8, und zwar in drei Schwüngen. Dann wird kultiviert, die Triebe werden ausgegeizt. Die erste Ernte ist circa fünf Wochen nach Aussetzung. Im Sommer setzen wir neue Pflanzen, die alten sind dann leider ausgelaugt. Bis November geht die Ernte durch, dann wird alles ausgeräumt. Und dann fängt alles von vorne an.

Wann setzen Sie Ihre „Nebenprodukte“, den Vogerlsalat und die Paradeiser?
Der Vogerlsalat wird Ende Jänner angebaut. Rund zwei Monate später ist Ernte. Wenn der Vogerlsalat abgeerntet ist, kommen die Paradeiserpflanzen in das Feld. Die Pflanzen bekommen wir ganz klein und ziehen sie selbst auf. Bis zur ersten Ernte dauert es ca. zehn Wochen, und dann geht es durch bis Ende September. Danach kommt auf die Fläche nochmals Vogerlsalat.

Und wie läuft bei Ihnen ein „normaler“ Arbeitstag?
Ich stehe auf mit den ersten Sonnenstrahlen. Dann geht es gleich ans Arbeiten, das heißt ins Gewächshaus schauen, nach den Kulturen sehen. Gerade in der Früh spürt man am besten, ob etwas am Klima geändert gehört. Danach wird bis in den späten Vormittag geerntet und sofort an die LGV geliefert. Anschließend wird an der Kultur gearbeitet, Triebe gerade gerichtet, es gibt immer was zu tun. Am späteren Nachmittag gehe ich nochmals eine Runde um zu sehen, ob es den Pflanzen gut geht. Der Arbeitstag endet, wenn Sonne untergeht.

Sind Sie gerne Gärtner?
Seitdem ich ein Kind war, bin ich mit der Gärtnerei beschäftigt. Für mich wäre gar nichts anderes in Frage gekommen. Ja, ich bin gerne Gärtner. Ich liebe die Pflanzen. Wenn man ins Gewächshaus geht, bei der Kultur ist – das ist ein ganz eigenes Gefühl. Ich gebe der Pflanze was und sie gibt mir was zurück. Das ist, was ich immer machen wollte. In der Früh aufzustehen und gleich bei meiner Arbeit zu sein.

Was hat sich in diesem Beruf verändert?
Früher ist man mit der Scheibtruhe durch die Felder gegangen, heute hat man große Erntewagen. Arbeitstechnisch ist heute einiges leichter, aber man ist viel mehr Stunden bei der Kultur. Außerdem hat man vor einigen Jahren noch viel mehr Gemüsesorten in einem Betrieb angebaut, jetzt geht der Trend hin zu zwei bis drei Kulturen.

Wann macht Ihnen die Arbeit besonders viel Freude?
Die Zeit im Spätsommer, wenn die Arbeit ein wenig zurückgeht und man sieht, dass man gut gearbeitet hat. Weil die Ernte gut ist, und weil die Kultur immer noch in Ordnung ist.

Wozu brauchen wir die Gärtnergenossenschaft?
Es ist einfach eine tolle Zusammenarbeit mit Gärtnerkollegen. Wir schauen alle, dass wir unser Produkt bestmöglich vermarkten, wir ziehen an einem Strang. Außerdem trifft man beim Liefern Kollegen und das ist gut für den Informationsaustausch, denn man lernt nie aus. Ich würde wirklich sagen, wir sind alle Freunde.

Was ist der Vorteil an regionaler Produktion?
Die Ware ist viel frischer. Wenn man in eine frische Gurke hinein beißt, spürt man Natur raus. Außerdem weiß man, woher sie kommt. Bei uns gibt es so viele Kontrollen.

Haben Sie Tipps für den eigenen Gemüseanbau?
Fruchtgemüse nicht zu früh pflanzen, sonst erfrieren sie. Und – so selbstverständlich es klingt – immer viel gießen! So wieder der Mensch Durst hat, hat es die Pflanze genauso. Die Pflanze muss man immer wie den besten Freund betrachten.

Eine letzte Frage: Haben Sie ein Leibgericht?
Gurkensalat – mit Rahm. Das ist der absolute Klassiker. Ohne den geht’s zu Mittag nicht.

20. April, 2018|