Brazda Leopold

/Brazda Leopold

Die Gurkenpflanzen müssen im Wachstum zwei Mal in der Woche "gestreichelt" werden, also alle Pflege erhalten, die sie brauchen.

Leopold Brazda

LGV-Gärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Mein Name ist Leopold Brazda. Ich bin in meiner Familie die dritte Generation, die im Gemüsebau tätig ist. Unsere Hauptkulturen sind Salatgurken. Ein Spezialgebiet von uns sind verschiedene Paprikaformen, wie zum Beispiel roter Spitzpaprika, und ein bisschen Stangensellerie. Wir produzieren im Raum Schwechat.

Wie kommt es, dass Sie schon als dritter Familiennachfolger Gärtner sind?
Ich war sehr lange unschlüssig, was ich eigentlich werden möchte. Ich habe mir das Gärtner-Sein bei meinen Eltern angeschaut und dachte mir: Eigentlich ist es gar nicht schlecht.  Man hat die Chance in relativ vielen Tätigkeitsbereichen etwas zu machen. Ich muss genauso einen Computer bedienen können, wie ich einmal zwei Stücke Metall verschweißen können muss. Und die Essenz von dem Ganzen ist, dass man die Möglichkeit hat aus einem Samenkorn eine Pflanze zu machen und daraus Produkte zu gewinnen. Schön, oder nicht?

Was ist ein guter Gärtner?
Ein guter Gärtner ist der, der der Pflanze den optimalen Lebensraum schaffen kann. Ich muss mit den Jahreszeiten arbeiten. Ich will ein Top-Produkt ausliefern, ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel. Und da bin ich als Gärtner gefragt: Muss ich in den sauren Apfel beißen und zwei oder drei Stück heraus nehmen, damit die anderen fünf oder sechs eine Top-Qualität werden oder lass‘ ich es?

Wie schaut denn Ihre Arbeit aus? 
Ich muss erst einmal der Pflanze einen positiven Lebensraum bieten. Ich beziehe alles mit ein. Ich pflanze diese Pflanze jetzt, Anfang des Jahres, setze sie aus, und dann ist in unserem Bereich sehr viel Handarbeit gefragt. Die Gurkenpflanzen wollen im Wachstum sicher zweimal in der Woche „gestreichelt“ werden, also alle Pflege erhalten, die sie brauchen. Und da ist auch ein bisschen Gefühl gefragt. Weil die Pflanze würde ja wild in alle Richtungen wachsen, und ich möchte sie ja nach meinen Wünschen erziehen.

Was zählt Erfahrung in Ihrem Beruf?
Sehr viel. Wenn man in einer Gärtnerei aufwächst, hilft das natürlich. Ich weiß, wie Pflanzen auf manche Dinge reagieren. Gute Ausbildung ist sicher ebenso ein Grundstock dazu. Gerade in unserem Bereich ist aber ein sehr großer Unterschied zwischen Theorie und  Praxis.

Wenn Sie jetzt in die Zukunft schauen, wo soll es in zehn Jahren hingehen? 
Es sollten mir die Rahmenbedingungen ermöglicht werden, damit ich von meinen Betrieb leben kann. Es ist natürlich teilweise schwer mit anderen EU-Staaten zu konkurrieren, die vielleicht ein bisschen klimatisch bevorzugt sind. Ich hoffe, es gelingt uns. Weil der österreichische Konsument doch weiß, was er an der österreichischen Produktion hat. So streng und hart, wie wir in Österreich kontrolliert werden, sind wir wirklich ein Musterschüler. Ich schau‘ beim Einkauf auch auf das AMA-Gütesiegel. Weil dann weiß ich, dass die auch nach denselben Kriterien und Rahmenbedingungen produzieren müssen wie wir. Dann weiß ich, für mich ist dieses Produkt sicher, das kann ich blind nehmen.

20. April, 2018|