Weichselbaum Heinrich

/Weichselbaum Heinrich

Wir LGV-Gärtner sind eine große Gruppe von Gärtnern, die miteinander ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Heinrich Weichselbaum

Paradeisergärtner

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Heinrich Weichselbaum, und ich bin der Ovalis-Gärtner der LGV. Den Betrieb habe ich 1995 von meinen Eltern übernommen, und nun führe ich ihn in der 4. Generation. Insgesamt gibt es unsere Gärtnerei seit dem Jahr 1870. Früher waren wir in Kagran, 1980 sind wir dann nach Essling übersiedelt.

Erzählen Sie uns doch ein wenig von Ihrem Betrieb: Wie groß ist er, welche Produkte bauen Sie an?
Mittlerweile bauen wir hauptsächlich Ovalis-Paradeiser an, aber auch Fleisch- und Rispenparadeiser und Paprika. Alles im geschützten Anbau. Als ich den Betrieb übernommen habe, war alles noch Freiland, und wir hatten eine bunte Gemüsemischung in unserer Gärtnerei. Ich habe aber dann ziemlich schnell mit dem Bau von Gewächshäusern angefangen, und das vorläufig letzte Gewächshaus haben wir 2006 fertig gestellt. Mit dem geschützten Anbau kam auch sukzessive die Spezialisierung auf Ovalis Pflaumenparadeiser.

Wie kam es zu der Spezialisierung auf die Ovalis-Paradeiser?
Das kam eigentlich aus einer gewissen wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus. Als ich den Betrieb übernommen habe, ist Österreich gerade der EU beigetreten, da hat sich vieles verändert. Über kurz oder lang musste man sich auf diese Veränderungen einstellen und eine Strategie entwickeln, wie der Betrieb auch in Zukunft gut funktionieren kann. Wir haben einen Sortenversuch gemacht und seither bauen wir die „Ovalis“ an. Wir wollten uns ein wenig abheben, ein Produkt finden, das nur wir haben. Deshalb haben wir uns für sie entschieden und sind die Einzigen in Österreich, die sie anbauen. Das heißt, sämtliche Ovalis-Paradeiser die in Österreich verkauft werden und aus Österreich kommen, stammen aus unserer Gärtnerei. Um die große Nachfrage nach dieser Spezialität befriedigen zu können, haben wir vor einigen Jahren das Nachbargrundstück dazu gekauft.

Wie sieht Ihr Arbeitsjahr als Paradeisergärtner aus?
Bereits in der zweiten Jännerwoche pflanzen wir frisch aus, und in den folgenden Wochen konzentrieren wir uns darauf, die Pflanzen zu pflegen und hochzuziehen. Ab Ende März wird bei uns geerntet, und zwar bis Mitte Dezember. Ende des Jahres beginnt unsere so genannte „ruhige Zeit“. Dann räumen wir die Gewächshäuser aus, reinigen sie, und Mitte Jänner wird wieder mit der Aufzucht der Pflanzen begonnen.

Erzählen Sie noch ein wenig von sich: Sind Sie gerne Gärtner?
Ja, das bin ich. Ursprünglich wollte ich zwar Automechaniker werden, aber aus familiären Gründen hat sich letztlich die Frage gar nicht mehr gestellt. Ich habe sehr jung begonnen, den Betrieb zu führen – da durfte ich noch nicht mal Auto fahren. Es war selbstverständlich, dass ich im Betrieb bleibe. Der „grüne Daumen“ war ja da, den erbt man von den Eltern. Und ich bin wirklich gern Gärtner, die Kultur gefällt mir, man ist an der frischen Luft und die Technik finde ich spannend.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Der gute Gärtner, das kannst du nicht lernen, das muss in dir sein. Du musst im Gewächshaus sofort spüren, ob das Klima ok ist, und darauf musst du reagieren. Das ist der gewisse „grüne Daumen“. Du musst einfach sehen wie es der Pflanze geht, das kann kein Computer ersetzen.

Wozu braucht man denn die Gärtnergenossenschaft?
Wir LGV-Gärtner sind eine große Gruppe von Gärtnern, die miteinander ein gemeinsames Ziel verfolgen und uns voll auf die gärtnerische Arbeit konzentrieren wollen. Die gesamte Logistik, Administration, Vermarktung nimmt uns die LGV ab. Das ist viel wert.

Was ist Ihre Leidenschaft? Welcher Teil der Arbeit, welche Produkte?
Wenn die Paradeiser in die Halle kommen und fix fertig verpackt werden. Wenn die Ware pikobello aussieht und für die Kunden schön hergerichtet ist. Dann weiß ich, wir haben das Ziel erreicht.

Eine letzte Frage muss noch sein: Haben Sie ein Leibgericht? Vielleicht etwas mit Paradeiser?
Schnitzel! Mit gemischtem Salat – der muss überall dabei sein.

20. April, 2018|