Wallner Alfred

/Wallner Alfred

Besonders wichtig beim Gärtnern ist das Gespür für die Pflanze. Das kommt mit der Erfahrung. Ich komme ins Glashaus, sehe die Pflanze und weiß sofort, ob es ihr gut geht oder nicht.

Alfred Wallner

Gurken- und Paradeisergärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Ich bin Alfred Wallner, ich habe einen Betrieb in der Haidestraße im elften Bezirk in Wien. Wir produzieren Gurken und Rispenparadeiser.

Wie sind Sie Gärtner geworden?
Wir sind ein Familienbetrieb. Wir sind schon seit über 100 Jahren am selben Platz, ich bin die vierte oder fünfte Generation. Ursprünglich kommen wir aus dem Waldviertel.

Warum übernehmen häufig die Kinder die Betriebe der Eltern?
Wenn man keine Ahnung hat, was der Beruf ist, wenn man nicht in das Ganze reinwächst, kommt man ja gar nicht auf die Idee, dass man von dem leben kann. Es ist eine schwere Arbeit. Wenn man wen von der Straße nimmt und ihn in den Betrieb stellt, dann sagt der nach zwei Stunden: Danke, das mache ich für das Geld nicht. Aber ich habe das schon von klein auf gemacht und mein Kind steht jetzt auch neben mir.

Man denkt, das Gemüse wächst eh von alleine. Wie ist das tatsächlich?
Nein. Dass man das Top-Qualitätsgemüse zusammenbringt, da ist viel Wissen dahinter. Man muss alles, Klima und Temperatur genau steuern. Das wird alles händisch eingestellt, nach Gefühl. Man geht ins Gewächshaus rein und denkt sich: Da ist es zu feucht oder zu warm. Das muss man schon im Gespür haben. Das Gespür für die Pflanze. Das ist die Erfahrung. Ich komme rein, sehe die Pflanze und weiß sofort, ob es ihr gut geht oder nicht. An der Blattfarbe schon allein. Wenn sich eine Pflanze nicht wohlfühlt, dann hat sie nicht die optimale Farbe. Die Pflanze zeigt dir alles, innerhalb von 24 Stunden.

Wo glauben Sie, geht es in die Zukunft hin?
Schwer zu sagen. Der Handel ist sehr stark. Damit die Kunden besser entscheiden können, sollten sie wissen, wer wo wie produziert. Die inländische Ware im Supermarkt sollte besser hervorgehoben werden. Da passieren viele Fehler oder es wird gar nicht gekennzeichnet. Der Konsument müsste das ändern, müsste das anders haben wollen.

Sie machen ja Produkte für die Nachbarn, die Wiener. Wie wichtig ist Ihnen diese Regionalität?
Sehr wichtig. Nur leider ist in Wien nicht bekannt, dass das Gemüse in Wien produziert wird. Das wissen die Kunden nicht. Das ist ein wichtiger Punkt. Aber wie bringt man das für die Konsumenten rüber?

20. April, 2018|