Silberbauer Josef

/Silberbauer Josef

Jeden zweiten Tag geh ich schauen, ob die Hummeln zum Bestäuben auf die Blüten fliegen oder ob sie vielleicht grad einen Aussetzer oder eine schlechte Woche haben. Dann muss ich reagieren.

Josef Silberbauer

Paradeiser- und Paprikagärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Mein Name ist Josef Silberbauer, ich bin aus dem letzten Eck von Wien, aus Unter-Schwechat. Ich stoß schon an die niederösterreichische Grenze an mit meinem Betrieb. Ich habe den Betrieb meiner Eltern übernommen und bewirtschafte ihn seitdem mit meiner Frau.

Wie sind Sie Gärtner geworden?
Meine Eltern waren schon Gärtner, und ich war als Kind immer gern dabei. Ich habe mit meinen Brüdern ein bisschen streiten müssen, wer denn den Betrieb übernehmen darf. Ich als Jüngster habe mich durchsetzten können.

Warum, was war das Spannende für Sie, das zu machen?
Ich bin als Kind gerne mit meinem Vater dabei gewesen bei der Arbeit, und da bin ich hinein gewachsen. Mir hat gefallen, dass ich mir selber alles einteilen kann. Auch die Arbeitsspitzen haben mir nichts gemacht, das mach ich gerne – auch länger arbeiten.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Dass er viel in der Kultur ist, viel schaut und sich wirklich kümmert um die Pflanzen. Er muss ständig beobachten. Noch mehr als früher. Früher gab es die chemischen Mittel, da hat es einen Plan gegeben: eine Woche nach dem Setzen kam das Mittel, dann ein anderes und so weiter.  Da hat keiner richtig nachgedacht. Heute mit dem biologischen Pflanzenschutz, den Nützlingen, da geht das nur über strenges Beobachten. Bei den Rispenparadeisern ist das so mit den Hummeln: Jeden zweiten Tag geh ich schauen, ob die Hummeln zum Bestäuben auf die Blüten fliegen oder ob sie vielleicht grad einen Aussetzer oder eine schlechte Woche haben. Dann muss ich reagieren.

Es hat sich vieles verändert. Wo glauben Sie geht es hin in den nächsten zehn Jahren?
In der Spezialisierung auf ein oder zwei Kulturen im Betrieb sehe ich mehr Positives als Negatives. Früher hast du mit dem frühen Salat begonnen. Hast du einmal etwas versäumt,  dann war es schon zu spät, weil die Kultur kaputt war. Dann hast du eine neue eingesetzt und wieder einen kleinen Fehler gemacht. Jetzt hast du zwei Kulturen die ganze Saison über, die kennst du gut. Mein Wunsch wäre halt, dass die Familienbetriebe auch in Zukunft erhalten bleiben.

20. April, 2018|