Schweitzer Markus

/Schweitzer Markus

Die Gärtnerei ist keine Arbeit, wo ich um vier alles fallen lasse und die Tür zumache. Meine Tür bleibt immer offen...

Markus Schweitzer

Gurkengärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Mein Name ist Markus Schweitzer, ich bin verheiratet, habe ein Kind und eine Gärtnerei im elften Bezirk in Wien. Wir produzieren ausschließlich Gurken – von der Pflanzung im Februar bis in etwa Oktober.

Wie sind Sie Gärtner geworden?
Wir sind ein traditioneller Familienbetrieb solange ich mich erinnern kann: der Großvater war Gärtner, mein Vater ist Gärtner. Mir hat das Ganze gefallen, mich hat es angesprochen.

Was haben Sie denn da so mitgekriegt als Kind, was ist Ihnen da so mitgegeben worden?
Die Kernwerte: Wenn man etwas tut, erreicht man auch etwas. Und von nichts kommt nichts. Das ist uns auf den Weg mitgegeben worden von den Eltern.

Was hat sich denn so verändert in der Zeit? 
Es ist alles viel schnelllebiger geworden. Früher war das alles ruhiger und langsamer, den Stress, den man jetzt hat, den hat es damals nicht gegeben. Durch die Technisierung ist dafür bei uns die körperliche Arbeit nicht mehr so anstrengend wie früher, aber es ist und bleibt Handarbeit.

Wie schaut die Pflanzenpflege genau aus? Was tut man so als Gärtner im Alltag?
Die Pflanze wird gesetzt, ist ganz klein, wächst auf, wird auf einer Schnur aufgebunden. Dann werden die Triebe so ausgegeizt, dass nur ein Trieb von den Wurzeln bis hinauf wächst. Die Blätter werden entfernt, damit es die Frucht hell genug hat. Es wird täglich geschaut, ob man irgendwo einen Schadbefall sieht. Dieser wird gegebenenfalls mit Nützlingen behandelt.

Wie sehen Sie in die Zukunft, in die nächsten zehn Jahre? Geht es da vielleicht ein bisschen in Richtung Nachhaltigkeit oder Energieeffizienz? 
Für uns ist Nachhaltigkeit und Energieeffizienz der große Faktor um Kosten zu optimieren. Wir setzen im Februar. Dafür brauchen wir im Gewächshaus eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad – bei einer Außentemperatur, je nach Wetter, von null oder sogar minus fünf Grad. Energie ist für uns ein Riesenthema. Wir heizen mit Fernwärme – umweltfreundlicher geht es nicht. Es ist alles nachhaltig. Ich verwende alles, was notwendig ist, aber nicht mehr. Ich muss optimieren, Ressourcen schonen.

Wie wichtig sind für Sie Werte wie Tradition und Heimat? 
Ich kaufe in der Umgebung ein, ich bevorzuge Firmen die in der Umgebung sind. Irgendwann wird auch der was bei mir kaufen und der Kreislauf sich schließen. Was habe ich davon, wenn ich um zwei Cent billiger, aber von weit weg kaufe. Das Geld verlagert sich aus der Region.

Was ist Ihnen sonst  wichtig, abseits von der Gärtnerei?
Die Familie. Die Gärtnerei ist schon schön, aber das ist nicht alles. Auch wenn sie der Großteil meines Lebens ist. Es ist keine Arbeit, wo ich um vier alles fallen lasse und die Tür zumache. Meine Tür bleibt immer offen, sei es im Sommer für die Bewässerung, im Herbst für die Beheizung oder im Winter, damit der Betrieb frostfrei bleibt.  Ich kann nicht sagen, darum kümmere ich mich am Montag. Wenn was ist, muss ich hin.

20. April, 2018|