Schwarzinger Martin

/Schwarzinger Martin

Als Gärtner musst du immer schauen, dass du auf dem neusten Stand bist, immer weiterlernen und immer optimistisch sein.

Martin Schwarzinger

LGV-Gärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Mein Name ist Martin Schwarzinger, ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich habe eine Gärtnerei im elften Bezirk in Wien, die ich schon seit über 20 Jahren betreibe. Wir produzieren hauptsächlich Block- und Mini Paprika.

Sind Sie ein Familienbetrieb?
Ja, schon seit Generationen. Mein Großvater hat in den vierziger Jahren, in der Kriegszeit,  die Gärtnerei gegründet. Er ist früher viel auf den Markt gefahren, mit der Pferdekutsche, auf den Naschmarkt nach Wien hinein. Der Vater hat dann Anfang der siebziger Jahre übernommen und hat den Betrieb bis zu seiner Pension fortgeführt. Und dann habe ich eigentlich nahtlos übernommen.

Das war ja eine harte Zeit damals nach dem Krieg. Welche Rolle spielten da die Gärtner?
Eine sehr wichtige für die Ernährung. Man sagt ja immer, bis zum EU-Beitritt haben die Wiener Gärtner und die aus dem Burgenland eigentlich ganz Österreich mit Gemüse versorgt. Durch die EU gibt es jetzt auch mehr Importe.

Will auch Ihr Sohn die Gärtnerei einmal übernehmen?
Ich weiß nicht, aber man weiß ja nie, was die Zukunft bringt. So hast du wenigstens was zum Essen (lacht).

Was glauben Sie macht einen guten Gärtner aus?
Du musst immer schauen, dass du auf dem neusten Stand bist, immer weiterlernen und immer optimistisch sein noch dazu. Und man muss halt mit Leib und Seele Gärtner sein. Weil Arbeitszeiten hast du keine fixen, auch keine fixen Preise. Im Sommer hast du eine 70, 80 Stunden-Woche. Du musst ein Idealist sein, und ein Optimist, du musst halt immer hoffen. In Österreich ist Gemüseanbau schwierig, wir haben das strengste Pflanzenschutzgesetz in der EU. Du musst sehr genau sein.

Die Kunden in der Stadt haben oft weniger Bezug zur Natur und wissen nicht, wo die Produkte herkommen, die holen die ja aus dem Supermarkt. Was sagen Sie dazu?
Die Menschen sollten schon wissen, wie produziert wird, was sie essen. Vor allem in Österreich. Wir haben das strengste Pflanzenschutzgesetz, wir schauen auf die Ressourcen, auf den CO2-Ausstoß. Und das sollte der Konsument schon wissen. Bei uns können sie wissen, dass es rundherum passt.

20. April, 2018|