Pannagl Franz

/Pannagl Franz

Man stellt sich ja vor, Paradeiser - das ist alles gleich. Aber es gibt hunderte verschiedene Paradeisersorten. Die Ochsenherzen sind eine alte Sorte, die erfordern einfach ein bisschen mehr Erfahrung oder ein bisschen mehr Feingefühl.

Franz Pannagl

Paradeisergärtner

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Franz Panagl. Wir haben eine Gemüsegärtnerei auf der Simmeringer Haide. Wir sind ein Familienbetrieb, wir arbeiten gemeinsam: die Gattin, der Sohn und einige wenige Erntehelfer. Wir versuchen, hochwertige Produkte und Qualitäten zu erzeugen.

Was bauen Sie an?
Wir produzieren Paradeiser. Im letzten Jahr haben wir uns noch weiter spezialisiert und machen jetzt eine besondere Paradeisersorte, die Ochsenherzen.

Was ist an den Ochsenherzen so speziell?
Man stellt sich ja vor, Paradeiser – das ist alles gleich. Aber es gibt hunderte verschiedene Paradeisersorten. Die Ochsenherzen sind eine alte Sorte, da erfordert es einfach ein bisschen mehr Erfahrung oder ein bisschen mehr Feingefühl. Man muss sich ein bisschen mehr persönlich dahinter knien. In einem großen Betrieb ist nicht mehr die Zeit, dass man sich auf eine Spezialität konzentriert.

Was macht für Sie einen guten Gärtner aus?
Einer, der hochwertige Qualitätsprodukte erzeugen kann – das ist ein guter Gärtner.

Was ist Qualität?
Qualität ist dann, wenn die Kundschaft zufrieden ist. Wenn man sein Gemüse in der Hand anschaut und man hat das Gefühl, da möchte man jetzt reinbeißen, dann weiß man, es ist eine gute Qualität.

Wie sind Sie Gärtner geworden?
Wie die meisten in der LGV: Ich hab den Betrieb meiner Eltern übernommen. Und meine Eltern haben den Betrieb von meinen Großeltern übernommen. Wir sind eine sehr große Familie, ich habe 7 Geschwister.

Wie ist für Sie die LGV als Genossenschaft spürbar?
Ich bin ein Genossenschaftsfan. Mein Großvater war Gründungsmitglied der LGV, so lange rührt das her. Wenn du mit sechs Geschwistern aufwächst, dann lernst du ganz gut: Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Eine Genossenschaft ist für mich genau das Thema: Man muss geben und nehmen! Dafür trage ich auch nie das volle Risiko.

Wie ist der Zusammenhalt mit den anderen Gärtnern?
Ein Gärtner ist für mich nie ein Konkurrent. Nein, nie, das sind Kollegen. Mein Vater hat mir schon oft gesagt, wie er noch ein junger Bursch war, da hat es in den Gärtnereien die Schweigepflicht gegeben, gegen das Verraten von Betriebsgeheimnissen. Heute ist es das krasse Gegenteil. Wir versuchen, uns zusammenzusetzen und Probleme zu besprechen. In einer funktionierenden Genossenschaft geht das.

20. April, 2018|