Kölbl Karl

/Kölbl Karl

Man soll zu jeder Zeit das essen, was vor Ort produziert werden kann. Im Winter eben Kraut, Kohl und Lagergemüse. Sicher keinen Paprika. Jahrhunderte hat das so funktioniert und dabei sollte man es auch belassen.

Karl Kölbl

LGV-Gärtner

Können Sie sich kurz vorstellen?
Mein Name ist Karl Kölbl. Meinen Betrieb leite ich mit meiner Frau und meiner Tochter, die in unsere Fußstapfen getreten ist.  Wir produzieren Babyspinat und Fruchtgemüse: Gurken, Paprika und Paradeiser. Im Frühjahr machen wir auch noch Balkonblumen. Seit mehr als zehn Jahren haben wir zusätzlich ein Ab-Hof-Geschäft, in dem unsere Produkte direkt gekauft werden können.

Wie sind Sie Gärtner geworden?
Mein Vater war Gärtner, mein Großvater war Gärtner, mein Urgroßvater war Gärtner. Was wir so rückverfolgen können, bin ich es schon in der siebten Generation.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Wenn er den berühmten grünen Daumen hat. Wenn er sich nicht auf die Berater verlässt, sondern den ganz normalen Hausverstand einschaltet, dann kann er sehr viel bewegen. Du musst verbunden sein mit dem Beruf. Wer besser sein will als die anderen, wird sich auch dahinter klemmen.

Wie ist die Verbundenheit mit den Pflanzen?
Wenn ich ein Produkt produziere, muss ich ja dahinter stehen, weil ich mein Geld damit verdiene. Ich kann jederzeit bei mir im Betrieb eine Frucht ernten, mit guten Gewissen reinbeißen und sagen: Ah, das schmeckt mir, ich weiß, dass es gut ist, weil ich weiß, was damit passiert ist.

Macht es einen Unterschied für jemanden aus der Gegend zu produzieren?
Natürlich macht das einen riesengroßen Unterschied. Wenn es in Österreich, konkret Wien, keine Produktion mehr gäbe… Im Jänner oder Feber würde ich sicher keinen Paradeiser essen. Man soll zu jeder Zeit das essen, was im Land produziert wird. Im Winter eben Chinakohl, Lagergemüse. Sicher keinen Paprika. Jahrhunderte hat das so funktioniert und jetzt auf einmal nicht mehr? Das kann sicher nicht stimmen.

Wie ist für Sie die Mitgliedschaft in der Genossenschaft spürbar, die Gemeinschaft? Wie wichtig ist das für Sie?
Die Gemeinschaft ist sehr wichtig. Man muss sich immer austauschen. Alleine wirst du dir nie leicht tun. Bei der LGV ist der Informationsfluss sehr rasch. Als Einzelkämpfer kann man nie so viel bewegen. In der Genossenschaft ist jeder gleich, egal ob er 500 Quadratmeter oder 5.000 bewirtschaftet. Auf die Kleinen muss man auch aufpassen. Man muss auf seine Wurzeln aufpassen.

Die persönliche Homepage von LGV-Gärtner Karl Kölbl finden Sie hier.

20. April, 2018|