Kölbl Georg

/Kölbl Georg

Als Gärtner muss man lernen, gelassen zu sein. Die Natur kann man nicht drängen.

Georg Kölbl

Chili-Gärtner

Herr Kölbl, seit wann gibt es Ihren Gärtnereibetrieb?
Seit ca. 100 Jahren betreibt meine Familie den jetzigen Standort in Breitenlee, aber unseren Gärtnereibetrieb gibt es bereits seit dem 17. Jahrhundert. Damals waren wir k.u.k.-Hoflieferanten! Heute betreiben wir die Gärtnerei in der 6. Generation.

Könnten Sie sich einen anderen Beruf vorstellen?
Nein, eigentlich nicht. Gärtner zu sein ist für mich einer der schönsten Berufe die es gibt. Denn man tut etwas Sinnvolles, und es macht riesigen Spass, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Wobei sich natürlich der Beruf sehr verändert hat. Heutzutage ist man nicht mehr so oft bei den Pflanzen wie man möchte. Man ist viel mehr Manager, daneben auch Sekretär, Schlosser, Elektriker. Man packt einfach zu, wo es gerade nötig ist.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Gärtner sein ist kein echter Beruf, sondern eine Hingabe. Wichtig ist, immer gelassen zu bleiben – die Natur kann man nicht drängen.

Welcher Teil der Arbeit ist Ihnen am liebsten?
Das kann ich so gar nicht sagen. Es fängt damit an, wenn man das Saatgut bekommt. Von da an freue ich mich jeden Tag zu den Pflanzen zu gehen und mit ihnen zu arbeiten. Die Ernte ist dann natürlich das Highlight.

Wo liegt Ihr Fokus, haben Sie eine Spezialität?
Vor über 5 Jahren haben wir angefangen, Chili anzubauen. Damals haben wir das mit 4 Sorten auf rund 800 Quadratmetern ausprobiert. Mittlerweile sind es mehr als 15 Sorten, die wir auf 2,5 Hektar anbauen. Fast die gesamte Fläche ist unter Glas.

Wie kamen Sie auf die Idee, Chili anzupflanzen?
Ich habe ein Nischenprodukt gesucht – und mit Chili gefunden. Vor einigen Jahren gab es dafür noch gar keinen echten Markt in Österreich, den haben wir eigentlich erst geschaffen. Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass wir nach weiteren Flächen suchen, um den Betrieb zu expandieren.

Erzählen Sie uns etwas mehr von Ihren Chilis.
Chilis sind eigentlich kleine, bunte Paprikasorten und können ganz mild, fast süßlich schmecken. Oder eben unerträglich scharf – dazwischen gibt es eine Riesenauswahl an unterschiedlichen Sorten. Unsere schärfste Chili ist die Carolina Reaper, sie hat einen Schärfegrad von 10++, die meisten anderen haben einen Schärfegrad zwischen 5 und 7. Wobei Chili ja ein Gericht nicht nur schärfer macht, sondern ihm eben eine ganz besondere Note verleiht. Man kann sie etwa im Gulasch mitkochen, das verfeinert den Geschmack. Wichtig ist nur, dass man das Gulasch nicht zu stark aufkocht, damit die Chili nicht zerplatzen. Und wenn es doch mal zu scharf ist: Unbedingt mit Eiweißprodukten kombinieren, etwa Milch oder Joghurt. Auf keinen Fall Wasser nachtrinken, das macht alles nur schlimmer.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingsspeise?
Natürlich Chili con Carne!

20. April, 2018|