Ableidinger Roman

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Wenn man trotz hoher Anforderungen ein gutes Produkt erntet kann, dann nenne ich das mein persönliches Glück.

Roman Ableidinger

LGV-Gärtner

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Roman Ableidinger, ich bin selbstständiger Gärtner der LGV, bin verheiratet und habe zwei Kinder, ein Mädel und einen Bub. Ich führe unseren Betrieb nun in der vierten Generation und er war bis jetzt immer ein Familienbetrieb.

Können Sie uns ein wenig von Ihrem Betrieb erzählen?
Mein Betrieb liegt in Simmering, in unmittelbarer Nähe vom LGV-Standort. Wir haben alle unsere Felder mittlerweile unter Glas, und schon zu Zeiten der Urgroßeltern hatten wir geschützten Anbau. Damals hat alles mit den so genannten „Mistbeet-Fenstern“ angefangen, mittlerweile ist man zu hohen Venlo-Gewächshäusern umgestiegen.

Welche Produkte bauen Sie an?
Unsere Hauptkultur sind die Gurken, und zwar so genannte Schlangengurken oder auch Treibgurken genannt. Die heißen so, weil sich die Pflanze in Schlangenform auf der Schnur zum Draht hinaufwindet. Nachkultur, also Gemüse, das wir im Herbst anbauen, ist Vogerlsalat. Im Freiland bauen wir Kopf- und Mix Salat an.

Wie verläuft ein Arbeitsjahr in Ihrem Betrieb?
Ende Februar werden die Gurkenpflanzen gesetzt und vier oder fünf Wochen später ernten wir zum ersten Mal. Ab dann wird zwei bis drei Mal pro Woche geerntet. Nach der Ernte beginnt die Kulturpflege. Es werden Triebe und Blätter entfernt, damit die Gurke genug Licht zum Wachsen hat. Anfang Juli setzen wir die neuen Gurkenpflanzen, da die erste Kultur einfach zu alt geworden ist. Ende Oktober ist bei uns die Gurkenernte vorbei.

Wie kann man sich einen Tag in Ihrem Betrieb vorstellen?
Also während der Saison wird schon zeitig in der Früh mit der Ernte begonnen. Da bin ich immer dabei, weil das natürlich der heikelste Teil der Arbeit ist. Die erste frische Ware ist dann gegen 8 Uhr auf der LGV. Dann beginnt schon die Pflegearbeit.

Haben Sie konkrete Pläne für die Zukunft?
Wir machen eigentlich jedes Jahr neue Sortenversuche, dabei testen wir welche Sorten besser geeignet für uns sind.

Sind Sie gerne Gärtner? Welcher Teil der Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?
Ich bin als Kind in der Gärtnerei aufgewachsen, für mich hat es keine großen Überlegungen gegeben, das war in die Wiege gelegt. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und die Pflanze ist eine Herausforderung Tag für Tag, denn sie hat täglich andere Bedürfnisse. Über die letzten Jahre ist der Beruf natürlich technisierter geworden. Früher war vieles reine Muskelkraft, jetzt arbeiten wir mit Maschinen, dadurch steigt die Produktivität. Die gärtnerische Arbeit ist noch immer die gleiche, aber die technischen Möglichkeiten sind anders. Manches wurde leichter, aber durch die Technik ist man auch anfälliger, zum Beispiel können Maschinen und Technik kaputt werden. Aber wenn man trotz hoher Anforderungen ein gutes Produkt erntet kann, dann nenne ich das mein persönliches Glück.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Ein guter Gärtner muss im Gewächshaus erkennen was die Pflanze braucht. Was ihr möglicherweise fehlt, welche Bedingungen optimal sind, dafür entwickelt man ein Gefühl.

Wozu brauchen wir die Gärtnergenossenschaft?
Die LGV nimmt uns sehr viel Logistisches ab. Sie ist ein Partner, den ich immer kontaktieren kann, sei es zum Thema Vertrieb, Marketing oder auch zur EDV.

Was ist der Vorteil von regionaler Produktion?
Das sagt uns doch der Hausverstand: Wenn es ein Produkt aus der Region gibt, dann möchte man es auch von hier. Für jeden Wiener wächst sein Gemüse um die Ecke. Wenn ein Produkt mehr als 2.000 Kilometer gereist ist, kann man nicht mehr von frisch sprechen.

Eine Frage zum Schluss: Haben Sie ein Leibgericht?
Ich hab am liebsten traditionelles Wiener Schnitzel mit Gurken- und Blattsalat.

20. April, 2018|