Ableidinger Alexander

/Ableidinger Alexander

Nicht nur nach Vorschrift arbeiten, sondern mit dem so genannten Fingerspitzengefühl dafür, was die Pflanze braucht.

Alexander Ableidinger

LGV-Gärtner

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Alexander Ableidinger, ich bin verheiratet und habe zwei Töchter. Meine Gattin und ich haben 2005 gemeinsam angefangen, einen selbstständigen Betrieb zu führen. Damals hatte mein Vater noch seinen Betrieb. 2010 haben wir den dann dazu übernommen.

Erzählen Sie uns doch ein wenig von Ihrem Betrieb!
Den Betrieb meines Vaters gibt es schon seit 1918, den hat sein Urgroßvater gegründet. Auf das 100-jährige Jubiläum bin ich schon stolz. Als die LGV gegründet wurde sind wir – also das waren die Großeltern damals – der Genossenschaft beigetreten. Wir waren also von Anfang an dabei.
Heute umfasst der Betrieb rund zwei Hektar geschützten Anbau, dazu noch ein wenig Freiland. Das sind kleinere Liegenschaften, da zahlt sich der geschützte Anbau nicht so aus. Der Anbau im Freiland hat natürlich ein höheres Risiko, aber dafür nicht so hohe Kosten. Für ein Gewächshaus muss man viel investieren.

Welche Produkte bauen Sie und Ihre Frau an?
Die Vor- und Nachkultur ist hauptsächlich Vogerlsalat. Das ist ein gutes Produkt, auch für die kalten Monate. Dem macht es nämlich nichts, wenn es mal friert, davon nimmt er keinen Schaden. Im Frühjahr bauen wir auch Kopf- und Mix Salat, wie zum Beispiel den Lollo Bionda, an.

Wie viele Personen arbeiten in Ihrem Betrieb?
Das sind meine Gattin und ich, außerdem je nach Bedarf bis zu sechs Saisonarbeitskräfte. Und auch die Eltern tun noch mit. Die sind eigentlich alle noch dabei. Auch die Töchter sind schon interessiert, aber richtig arbeiten tun sie natürlich nicht. Im Gegensatz zu meiner Frau, die arbeitet voll. Sie kümmert sich auch um das ganze Administrative rundherum, denn das ist deutlich mehr als früher.

Haben Sie Pläne für die Zukunft?
Naja, wir haben ja in den letzten Jahren ja schon einiges investiert. Wir haben vor rund zehn Jahren auf einem neuen Grundstück ein modernes Gewächshaus über einen halben Hektar aufgestellt, das gleiche am Betrieb vom Vater, wo wir ein altes Gewächshaus weggerissen und ein großes neues aufgestellt haben.
Für die unmittelbare Zukunft planen wir weniger große Investitionen, als eher eine Umstellung auf neue Produkte, nämlich verschiedene Salatsorten.

Sind Sie gerne Gärtner?
Ja, ich bin gerne Gärtner. Ich bin ja auch in einer Gärtnerei aufgewachsen, für mich gab es nie die Überlegung, irgendwas anderes zu machen. Natürlich gibt es neben schönen Tagen auch Dinge, die einem auf die Nerven gehen. Aber das ist ja überall so. Aber insgesamt passt es gut. Wenn man sieht wie etwas gelingt, und dafür ist man selbst und allein verantwortlich, das ist das Schöne.

Welcher Teil der Arbeit gefällt Ihnen am meisten?
Ich freue mich einfach jedes Mal, wenn ich etwas pflanze und dann sehe wie es wächst, sich verwurzelt und anfängt zu leben. Und die Ernte ist natürlich toll, davon leben wir. Wenn die Ware schön ist, ich eine gute Menge habe und sie abliefere – das macht mir Freude.

Was macht einen guten Gärtner aus?
Man muss sich viel umschauen, ein G’spür für das Ganze haben. Nicht nur nach Vorschrift arbeiten, sondern mit dem so genannten Fingerspitzengefühl dafür, was die Pflanze braucht. Man muss sich auch über was drüber trauen, etwas Neues probieren.

Wozu brauchen wir die Gärtnergenossenschaft?
Die LGV ist eine gute Vermarktungsmöglichkeit. In der heutigen Zeit etwas selbst zu vermarkten, das ist gar nicht leicht. Aber wenn alle an einem Strang ziehen, dann kommt das Beste dabei heraus.

Warum brauchen wir regionale Produkte?
Erstens geht es nicht frischer als aus der Nähe. Alles was tausende Kilometer weit weg wächst, hat ewig lange Wegzeiten am Buckel. Im Gegensatz dazu bin ich mit meiner Ware in spätestens einer Stunde auf der LGV, und dann wird sie direkt an die Märkte geliefert. Zum Teil ist die Ernte noch am selben Tag im Geschäft. Auch das Umweltbewusstsein spricht für regionale Produktion. Dass LKW dreitausend Kilometer weit fahren mit einer Ware, die wir selbst im Land haben – das bringt doch nichts.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass die Leute regional kaufen, weil sie bewusster informiert werden über den Unterschied. Und dass die Ware im Supermarkt so präsentiert wird, wie sie tatsächlich ist bzw. woher sie stammt. Also ob sie frisch aus der Gegend kommt oder über viele, viele Kilometer hinweg transportiert wurde. Denn ich bin sicher, dass sich der Konsument dann bewusst für die frische regionale Ware entscheidet.