Ab ins Gemüse
Folge 5

Robert Palfrader auf Spitzpaprika-Exkursion bei Michael Unger in Pamhagen im Seewinkel.
Grundsätzlich ist es natürlich nicht gut, wenig zu wissen. Aber einen Vorteil hat es: Man kann beziehungsweise darf jeden Tag etwas lernen. Und so peinlich das für mich sein muss, hab ich erst vor drei Jahren gelernt, dass es so etwas wie Spitzpaprika gibt. Mir war nicht klar, wie groß der Unterschied zum Blockpaprika ist, wie sehr die beiden einander auch geschmacklich unterscheiden. Ein lieber Freund von mir hat für uns gekocht und eine großartige Sauce zubereitet. Er hat mir sogar das kleine Geheimnis verraten, was diese Sauce so wunderbar macht: Er entsaftet Spitzpaprika und macht die Paradeisersauce dadurch feiner. Seitdem seh ich den Spitzpaprika mit anderen Augen.
Vielleicht hab ich mich gerade deswegen auf den Besuch bei Michael Unger in Pamhagen im burgenländischen Seewinkel gefreut. Ein leidenschaftlicher Gemüsebauer, der den Betrieb 2019 von seinem Vater übernommen hat. Michael ist spezialisiert auf Spitzpaprika und von Experten lerne ich doppelt gerne. Ich habe vor meinem Besuch bei Michael zum Beispiel keinen blassen Schimmer gehabt, dass ein grüner Paprika eigentlich ein unreifer Paprika ist, mehr Bitterstoffe hat. Reif ist er erst dann, wenn er gelb, rot oder orange ist. Oder, dass ein „farbiger“ Paprika weit mehr Vitamin C enthält als ein grüner. Und hat er einmal eine Farbe angenommen, wechselt er sie auch nicht mehr. Außer man vergisst ihn ein paar Monate im hintersten Eck des Kühlschranks. Fragen Sie mich bitte nicht, woher ich das weiß. Michaels Paprika sind hingegen frisch! Innerhalb von nur 24 Stunden können Sie einen Spitzpaprika aus seinem Betrieb auf Ihrem Teller haben.









