Ab ins Gemüse

Folge 2

LGV_Ab-ins-Gemuese_600x600_F-02

Robert Palfrader auf Expedition in der Gärtnerei von Doris Hopf und Natalie Girms in Wien Simmering.

Die Anbaufläche ist zwar klein – nein, winzig – aber: Ich baue Salat an! In den zwei Kisten, die auf Rollen an der Hauswand stehen, wächst Rucola, Pflück- und Vogerlsalat, dazwischen Brunnenkresse, damit jeder Quadratzentimeter ausgenutzt wird. Wie gesagt: die Anbaufläche ist winzig! Der Ertrag überrascht mich deshalb jedes Mal aufs Neue, wenn ich ernte. Den Gedanken, die Anbaufläche wegen des großen Erfolgs zu vergrößern, hab ich selbstverständlich schon gehabt, ich fürchte aber, dass ich mich dann nicht mehr so gern, also auch nicht mehr so intensiv um den Salat kümmern würde. Denn so sind es nur ein paar wenige Handgriffe, dauert das Gießen nur ein paar Sekunden, ist alles wahnsinnig schnell erledigt. Das klingt wahrscheinlich jetzt ein bisschen seltsam, aber wenn ich mehrere dieser Kisten hätte, würde sich auch etwas Entscheidendes ändern. Dadurch, dass es nur ein paar wenige Pflanzen sind, haben sie etwas Besonderes, vielleicht sogar etwas Wertvolles für mich.

Mein Besuch in der Gärtnerei Hopf hat mich zu einem Feld mit einer meiner Lieblingsfeldfrüchte geführt: Mangold. Ich LIEBE Mangold, vor allem zu Fischgerichten. Die Textur, der Geschmack! Herrlich! Doris Hopf und ihre Schwiegertochter in spe Natalie Girms haben mich ein wenig in ihrem Betrieb herumgeführt. Die Hopfs bauen aber nicht nur Mangold an, sondern auch Romanasalat und Kopfsalat im Freiland. Bei der Ernte muss dann – und das hört man öfter bei Besuchen von Gemüsegärtnern – die ganze Familie helfen. Quasi das Gegenteil von dem, was ich mit meinen kleinen Kisten betreibe. Umso mehr Respekt hab ich jetzt vor der Arbeit der Gemüsegärtnerinnen. ­