Ab ins Gemüse
Folge 10

Robert Palfrader auf der Suche nach den besten Paradeisern bei Thomas und Verena Merschl in Wien Essling
Ein enger Freund von mir stand im Sommer vor einer Entscheidung, die ihm nicht leichtgefallen ist: Soll ich meinen Pool heuer einlassen, oder nicht? Wertvolles Wasser nur für das eigene Vergnügen verwenden? Noch ist es in Österreich nicht so weit wie zum Beispiel in München, wo im Juli das Waschen von Fahrzeugen, der Betrieb von Privatpools, das Bewässern von Rasenflächen oder das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben verboten war. Hohe Strafen drohen, sollte man gegen diese Allgemeinverfügung verstoßen, so alarmierend war die Situation rund um das Wasser dort. So drastisch ist es bei uns zum Glück noch nicht. Aber dass Wasser immer wertvoller wird, seine ubiquitäre Verfügbarkeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist, merkt man auch hier in Österreich. Eine riesengroße Herausforderung auch für die Gemüsebauern und -gärtner. Dieser stellt sich Thomas Merschl, der gemeinsam mit seiner Schwester Verena seinen am Rande des 22. Wiener Gemeindebezirks gelegenen Gemüsebetrieb bereits in fünfter Generation führt! Und das sehr innovativ! Denn das Wasser für seine Pflanzen ist zum Großteil Regenwasser, das über die Dachflächen seiner Gewächshäuser gesammelt wird. Es wurde aber auch in eine Hackschnitzelheizung investiert und in eine Anlage, die das im Abgas enthaltene Kohlendioxid bindet und als Nährstoff für die Pflanzen verwendet. Mit dieser sogenannten Carbon Capture-Technologie zählt der Betrieb der Merschls europaweit zu den Pionieren. Der CO2-Ausstoß wird gegenüber fossilen Energieträgern um 90% gesenkt. Und so werden – fit für die Zukunft – wunderbare Rispen-, Datterino- und Cherry-Paradeiser von Thomas und Verena kultiviert.









